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Daten & Fakten

Lepidurus (LEACH, 1819) ist neben dem Triops die zweite rezente Gattung der Familie der Triopsidae, der "Triopsartigen". Er ist also in der Ordnung der Notostraca, der Rückenschaler, zu finden.
Äußerlich unterscheidet sich Lepidurus nur sehr wenig vom Triops. Er besitzt den gleichen Körperbau. Der einzige erkennbare Unterschied ist, dass Lepidurus zwischen den beiden Gabeln der Furca eine sogenannte Supra-Analplatte besitzt. Dies ist ein löffelartiger Auswuchs, der wie ein Paddel aussieht. Die Größe und Form dieser Platte ist bei jeder Art unterschiedlich und dient der Wissenschaft so der Identifizierung der jeweiligen Spezies.

Von Lepidurus gibt es unzählige Arten und Unterarten. Da Lepidurus bislang jedoch von allen Branchiopoden so ziemlich die am schlechtesten erforschte Gattung ist, steht die tatsächliche Existenz von einigen Arten und Unterarten infrage.
Wenn man als ‚Urzeitkrebs’-Fan von Lepidurus hört, denkt man zunächst wohl automatisch an den Kaltwasserkrebs Lepidurus apus, welcher die am häufigsten vorkommende Art in Europa ist. Lepidurus apus ist von allen Lepidurus-Arten die am besten erforschte. Diese Art lebt – auch in Deutschland – im Frühjahr, wenn das Eis in den Bergen taut, die Flüsse füllt und diese schließlich überlaufen. Hierbei entstehen neben den Flüssen kleine abgeschnittene Tümpel, sogenannte Qualmgewässer. Dies ist der Lebensraum von Lepidurus apus. Im noch sehr kalten Wasser schlüpft der Krebs etwa von Februar bis März und entwickelt sich bei rasch steigenden Temperaturen schnell. Denn: Ein Qualmgewässer existiert nicht sehr lange. Die meisten Qualmgewässer sind bis Mai verschwunden. Insofern besitzt Lepidurus einen sehr ähnlichen Lebenszyklus wie Triops, nur dass er sich anfangs aufgrund der niedrigen Temperatur im Falle von Lepidurus apus langsamer entwickelt. Gerüchten zufolge soll daher die mögliche Lebensdauer von Lepidurus apus etwa 1 Jahr betragen – wenn das Gewässer vorher nicht austrocknet. Doch das tut es meistens.
Wie alle "Urzeitkrebse" verfügt die Gattung Lepidurus aus diesem Grund natürlich auch über die Fähigkeit, die faszinierenden Dauereier zu legen, die Jahre ohne Wasser überleben können.

Wer jetzt jedoch denkt, dass Lepidurus nur in Kaltwasser leben, hat sich getäuscht. Zwar lebt Lepidurus apus, der Bekannteste dieser Gattung, in Kaltwasser, und es gibt auch noch einige andere Arten, die darin leben (zum Beispiel der amerikanische Lepidurus cryptus) – doch leben die meisten Arten wie Triops in Warmwasser. Sie nutzen nicht das Schmelzwasser im Frühjahr, sondern leben in warmen und ariden Regionen der Erde, wo es nur selten, aber heftig regnet. Hier sind zum Beispiel der aus Kalifornien und/oder Indien stammende Lepidurus packardi, der mongolische Lepidurus mongolicus oder der australische Lepidurus apus viridis zu nennen. Insgesamt kann man aber davon sprechen, dass Lepidurus eher als Triops einen Hang zum Kaltwasser hat. Die am weitesten nördlich vorkommende "Urzeitkrebs"-Art ist beispielsweise Lepidurus arcticus, welcher als einzige Art neben Artemia dazu in der Lage ist, auch Nicht-Dauereier zu produzieren. Die Tümpel im hohen Norden trocknen (fast) nie aus, weshalb Lepidurus arcticus meist schnell schlüpfende Eier legt, die keine Trockenphase benötigen.