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Daten & Fakten


Muschelschaler bei der Paarung

Muschelschaler (Conchostraca) sind seit dem Silur (vor 416.000.000 Jahre) bekannt und in fast unveränderter Form immer noch vertreten.
Sie sind damit die älteste rezent in unveränderter Gestalt auftretende Ordnung der Branchiopoden (Urzeitkrebse).
Die Muschelschaler werden innerhalb der Branchiopoden in die Ordnung der Krallenschwänze eingeordnet. Die Wissenschaft ist sich jedoch noch uneinig, ob die Stellung der Gruppe innerhalb der Blattfußkrebse ihre Gültigkeit als eigenständiges Taxon hat.
Ihren Namen verdanken sie ihrer zweiteiligen Schale, die vor Verletzungen schützt und sich wie eine Muschel um den Körper klammert. Ihre Größe beträgt in etwa 0,5 bis 2 Zentimeter. In seltenen Fällen auch 3 Zentimeter.
Zwischen dieser Schale lebt der eigentliche Muschelschaler. Er besitzt, wie alle anderen „Urzeikrebse“ auch, Blattbeine, mit denen er sich fortbewegt, Futter festhält und ganz nebenbei auch noch atmet. Vorne hat der Muschelschaler drei Augen – zwei Facettenaugen und ein Naupliusauge – sowie Antennen, mit denen er nach Futter tastet. Hier – und nur hier! - ist der Muschelschaler mit seiner Schale verbunden. Der Rest des Körpers kann sich innerhalb der Schale frei bewegen, was man gut beobachten kann, wenn er sich krümmt. Daher erinnert der Muschelschaler an einen Feenkrebs, der in einer Muschel steckt – und im Grunde ist er auch nichts anderes.
Der Begriff „Muschel“ ist jedoch etwas irreführend. Hier ist keine Muschel aus Kalk gemeint, sondern ein Panzer aus Chitin in muschelartiger Form. Daher muss sich der Muschelschaler wie seine Verwandten in regelmäßigen Abständen häuten.
Die Cysten haben eine UFO-FormAuffallend an diesem Tier ist die Art seiner Fortbewegung. Er bewegt sich nicht schnell und geschickt wie ein Triops, nicht anmutig wie ein Feenkrebs, sondern langsam, ruckartig und ziemlich schwerfällig. Man erkennt sofort: Muschelschaler sind nicht zum Schwimmen geschaffen, sondern sind reine Bodenbewohner. Auf dem Boden eines Tümpels liegen sie dann entweder auf der Seite oder graben ein wenig im Cysten im Vergleich zu einem StecknadelkopfBodengrund.
Als Futter dient dem Muschelschaler so ziemlich alles, was auf dem Boden eines temporären Gewässers liegen bleibt. Dies können Reste von Tieren, Algen oder einfach nur Erde sein.
Wie alle Kiemenfußkrebse legt auch der Muschelschaler Dauereier, die lange Zeit im Trockenen überstehen können. Diese Eier haben allerdings eine sehr interessante Form: Sie sehen tatsächlich aus wie kleine fliegende Untertassen! Es sind zwei annähernd runde Hälften, die in der Mitte mit einer dicken Linie verbunden sind. Man kann dies sogar mit bloßem Auge erkennen.
Es existieren unzählige Arten von Muschelschalern. Die bekanntesten dürften Cyzicus, Lynceus oder auch Leptestheria sein. Die meisten Arten sind jedoch wenig bis überhaupt nicht erforscht.





Quellen & Weblinks

Quellen

Weblinks