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Triops
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Daten & Fakten

Namensgebung

Triops (Einzahl: Triops, Mehrzahl: Triops, griechisch: "der Dreiäugige") gelten als die älteste bekannte noch lebende Gattung. Ursprünglich benannte Franz von Paula Schrank diese Gattung das erste mal, er bezeichnete sie als Apus. Auf Vorschlag von A.R. Longhurst wurde 1955 der Name Triops eingeführt, um eine nach den Regeln der ICZN unzulässige Gleichnamigkeit mit einer Vogelgattung zu korrigieren.

Systematik

Triops im Aquarium

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Klasse: Kiemenfußkrebse (Branchiopoda)
Ordnung: Rückenschaler (Notostraca)
Familie: Triopsidae
Gattung: Triops

Habitat

Lebensraum: Wasserlache auf einer Wiese in SpanienTriops sind vorwiegend in den ariden Bereichen der Erde zu finden. Arid bedeutet, dass über das Jahr hinweg über eine gewisse Zeit mehr Wasser verdunstet als hinzukommt (durch Regen). Ein typisches Beispiel dafür ist Nordafrika. In Steppe und Halbwüste regnet es die meiste Zeit des Jahres gar nicht. Nur in einigen Monaten regnet es hier – dafür aber so stark, dass ganze Sandflächen vom Wasser überspült werden und sich riesige Tümpel bilden. Und hier entwickeln sich die Triops. Die Tümpel existieren in der Steppe oder Halbwüste aber meist nur ein bis zwei Monate lang – denn sie trocknen aus, wenn kein Wasser mehr dazukommt.
Ein anderes Beispiel für dieses Klima ist der Süden der USA. Auch hier regnet es die meiste Zeit des Jahres nicht. Und wenn es regnet, dann so stark, dass sich riesige Pfützen bilden und Triops sich darin entwickeln. In Australien verhält sich das sehr ähnlich.
In Europa und Asien gibt es ebenfalls Triops. Aber unter etwas anderen Bedingungen: Hier ist es etwas kühler und regnerischer (humid), daher tragen Tümpel, sofern sie existieren, dementsprechend länger Wasser. Dennoch, auch sie trocknen irgendwann einmal aus oder frieren zu, weshalb sie nicht über das ganze Jahr für die Triops bereit sind.
Nur in Japan verhält es sich wie in den USA, Nordafrika und Australien. Dies ist vor allem den Reisfeldern dort zu verdanken, die ein oder zwei Mal im Jahr geflutet werden. Hier können sich Triops sehr gut entwickeln.

Lebenszyklus

Habitat trocknet ausTriops und andere Urzeitkrebse sind eine der wenigen Wasserlebewesen, die vorwiegend aride Bereiche der Erde besiedeln. Die Tümpel, die sich dort ein- oder zweimal im Jahr bilden, trocknen oft aus. Der Triops muss sich also eine Strategie ausdenken, um diese schwierige Hürde zu meistern.
Die Lösung heißt Dauereier. Wenn ein Triops geschlechtsreif wird, legt er Eier. Doch diese Eier haben es in sich! Sie schlüpfen nicht, solange der Tümpel noch Wasser führt. Auch wenn der Tümpel ausgetrocknet ist, ruhen sie. Es kann passieren, dass der Tümpel, in den sie gelegt worden sind, mehrere Jahre sich nicht mit Wasser füllt. Doch wenn der Regen endlich kommt, schlüpfen nach weniger als einem Tag Nauplien zu hunderten, ja vielleicht tausenden, aus den Eiern. Diese Eier schaffen es, ohne Licht, Nahrung, Sauerstoff und Wasser mehrere Jahre zu überstehen. Einige Eier überleben sogar tausende, wenn nicht noch mehr Jahre.
Die abgestreifte Haut aus 'Chitin' bleibt zurückDie Nauplien entwickeln sich innerhalb eines Tages zu einem kleinen Triops (siehe: Nauplien). Von da an geht das Wachstum rasant weiter. Innerhalb der nächsten Woche wird sich der Triops mehrmals häuten und auf etwa 1,5 cm wachsen. Das wird ermöglicht, da der Triops einen sehr schnellen Stoffwechsel besitzt und den ganzen Tag über Nahrung aufnehmen kann. In dieser Woche verringert sich die Zahl der Triops stark. Schwächere und kleinere Tiere werden gefressen (denn Triops sind Kannibalen), sodass am Ende je nach Größe des Tümpels 10-30 Triops übrig bleiben.
Nach etwa zwei Wochen wird der Triops geschlechtsreif. Bei manchen Arten ist es so, dass es Männchen und Weibchen in etwa gleicher Anzahl gibt (gonochoristich), und manchmal gibt es Weibchen, die sich selbst befruchten können und so auf Männchen verzichten können (hermaphroditistisch).
Den Rest des Lebens verbringt ein Triops damit, so viele Eier wie möglich zu legen. Dabei wächst er auch stetig, am Ende bis zu 10 cm, bei einigen Arten noch mehr.
Fossil: Versteinerter TriopsNach ein bis zwei Monaten trocknet der Tümpel meist aus. Dann sterben alle Triops. Aber selbst wenn er nicht trocknet, sterben sie: Durch ihren schnellen Stoffwechsel und ihr unglaublich schnelles Wachstum können sie nicht so lange leben.
Dieser Lebenszyklus scheint recht erfolgreich zu sein. In der Pfütze haben Triops keine natürlichen Feinde. Außer vielleicht Vögel, für die aus der Luft kommend Triops ein wahrer Leckerbissen sind. Aber das ist ebenso für Triops eigentlich nicht schlimm: Denn die Eier sind so widerstandsfähig, dass sie unbeschadet mit dem Kot des Vogels ausgeschieden werden und so neue Tümpel erschließen können. Mit dieser Strategie haben Triops bereits 220 Millionen Jahre beinahe unverändert auf der Erde überlebt.

Fortpflanzung

Triops Ei 100 Fach vergrößertDa Triops sich aufgrund ihres Lebensraumes besonders schnell entwickeln müssen, tragen Weibchen nach nur etwa 14 Tagen Eier in ihren Eiersäckchen. Diese Eier werden dann befruchtet. Dabei gibt es allerdings zwei Möglichkeiten: Entweder das Weibchen ist in der Lage, mittels einer Zwitterdrüse die Eier selbst zu befruchten (Hermaphroditismus), oder es benötigt dazu ein Männchen (Gonochorismus). Dies ist von Art zu Art unterschiedlich, dennoch sind die gewöhnlich im Handel angebotenen Arten fast immer hermaphroditistisch und weisen deshalb nur eine sehr geringe Anzahl an Männchen auf – meist als „DNA-Mixer“, damit es in der nächsten Generation nicht immer nur Kopien der Weibchen gibt.
Die Eier in den Eiersäckchen reifen dort drin für einen Tag. Sie sind übrigens fast immer braun-rot gefärbt, bei einigen Arten auch rosafarben oder fast weiß.
Nachdem die Eier einen Tag gereift sind, werden sie abgelegt. Dafür sucht sich der Triops einen möglichst abgelegenen Platz im Becken, bevorzugt in Ecken oder unter Steinen. Dies hat den Sinn, dass die Eier nicht so schnell gefunden und von Artgenossen gefressen werden.
Die Eiablage läuft folgendermaßen ab: Nachdem sich der Triops einen geeigneten Platz gesucht hat, beginnt er zu graben. Triops Weibchen gräbt ein Loch für Eier Er gräbt oft sehr tiefe Löcher in den Sand; dabei ist er schneller und kraftvoller, als man es ihm eigentlich zutrauen würde. Nach etwa zehn Minuten ist sein Werk vollendet. Nun presst er die Eier aus den Eiersäckchen heraus und verteilt sie mit den Vorderbeinen im Loch. Bei ausgewachsenen Exemplaren beträgt die Menge bis zu 100 Eier. Nachdem er alle Eier verteilt hat, verklebt der Triops sie mit dem Sand. Dazu benutzt er ein körpereigenes Sekret, das er an die Eier schmiert und sie so mit dem Sand zu Klumpen verklebt. Zum Schluss buddelt er die Eier wieder zu, sodass sie optimal vor Feinden geschützt sind. Wenn der Tümpel austrocknet, werden die Eier vor Wind und Sonne geschützt sein. Und wenn er sich wieder mit Wasser füllt, werden die Eier herausgespült und schlüpfen erneut.

Unterschied Männchen & Weibchen

Weibchen erkennt man schnell an den EiersäckchenDie Unterschiede zwischen Triopsmännchen und –weibchen sind nur gering. Nur das geübte Auge eines Triopszüchters ist in der Lage, die beiden voneinander zu unterscheiden. Zunächst einmal gibt es nur einen zweifellosen Unterschied zwischen Männchen und Weibchen: Das Männchen besitzt keine Eiersäcke. Dies ist das einzige Merkmal, das die beiden Geschlechter offensichtlich voneinander unterscheidet. Wenn man genauer hinsieht, gibt es aber noch weitere Unterschiede. Das Männchen besitzt einen im Vergleich zum Weibchen deutlich kleineren Carapax und dafür einen deutlich längeren Schwanzteil. Außerdem stehen beim Männchen die Blattbeine deutlicher unter dem kleinen Carapax hervor, da sie durch ihn nicht so gut verdeckt werden. Ein weiterer Unterschied ist die Farbe. Männchen sind generell etwas weniger stark gefärbt als Weibchen. Bei der amerikanischen Art Triops longicaudatus sind Männchen sogar meist komplett rosafarben.

Paarung

Die Paarung ist etwas, das nur die wenigsten Triopszüchter live miterleben können. Sie kommt fast nur bei den gonochorischen Arten vor, also denen, die zur Fortpflanzung ein Männchen benötigen.
Bei der Paarung schwimmt das Männchen zum Weibchen und krümmt sich um es herum. Das Weibchen tut dasselbe. Beide bleiben für etwa fünf Sekunden so verschlungen, dann ist die Paarung auch schon vorbei. In dieser Zeit hat das Männchen die Eier des Weibchens befruchtet. Danach ist das Männchen relativ schnell in der Lage, weitere Weibchen zu befruchten.

Anatomie

Triops stellt Carapax steil nach obenDer Körper des Triops besteht im Prinzip aus zwei Teilen. Dem Vorderteil mit Panzer (Carapax) und dem Hinterteil mit Schwanz und Schwanzgabeln (Furca). Der Vorderteil beinhaltet auf der Oberseite den Carapax und die Augen. Der Carapax ist eine Art Schutzplatte über dem Triops. Er ist oval und hat unten eine kleine Ausbuchtung. Der Triops ist in der Lage, ihn leicht vom Körper hochzustellen, zum Beispiel, wenn er sich auf Futter stürzt. Die drei Augen sitzen ganz vorne. Mit den zwei äußeren Facettenaugen kann der Triops schemenhaft seine Umwelt wahrnehmen, das mittlere Auge dient dem Osmoseausgleich. Auf der Unterseite findet man die Blattbeinchen. Sie sind nach außen gerichtet und fast immer in Bewegung. Durch sie atmet der Triops. Er besitzt davon bis zu 80 Stück. Vorne sind die Blattbeinchen besonders groß und besitzen auch noch gezackte Füßchen, mit denen der Triops gräbt. Ganz vorne besitzt der Triops Borsten, mit denen er riechen und tasten kann. Totes Triops Weibchen - UnterseiteIn der Mitte der Unterseite ist außerdem eine rote Mittelrinne zu sehen. Durch sie transportiert der Triops seine Nahrung. Außerdem werden durch sie die Eier zu den Eiersäckchen transportiert. Ganz vorne befindet sich die Mundöffnung mit den Kauwerkzeugen. Hierhin wird das Futter gebracht. Der Triops „schabt“ mit seinen Kauwerkzeugen (Mandibeln) seine Nahrung auseinander und lässt sie in seiner Mundöffnung verschwinden.
Zwischen Vorder- und Hinterteil befinden sich die Eiersäckchen. Sie sitzen an den Seiten der hintersten Blattbeinchenpaare. Hierhin werden die Eier durch die Mittelrinne transportiert.
Der Hinterteil besteht aus dem Schwanz und den Schwanzborsten (Furca). Der Schwanz ist oft mit kleinen Dornen besetzt und bei einigen Arten sehr lang. Am Ende wächst die Furca. Sie besteht aus zwei Borsten, die auseinander wachsen. Sie dient der Stabilität beim SchwimmenTotes Triops Weibchen - Oberseite und kann nachwachsen, wenn sie durchtrennt wird. Die Furca kann genauso lang sein wie der Triops selbst.
Der Triops besitzt kein Skelett aus Knochen. Er hat stattdessen ein Außenskelett aus Chitin, wie es bei Insekten und Krebsen häufig vorkommt. Dies verleiht dem Triops eine hohe Stabilität, aber es hat einen Nachteil: Das Chitin wächst nicht mit. Deshalb muss ein Triops im Jungtieralter täglich, später wöchentlich seine alte Haut abwerfen und darunter eine neue, größere wachsen lassen.
Ein echtes Gehirn besitzt der Triops nicht. Stattdessen hat er einige Nervenstränge, die Sinneseindrücke verarbeiten und seine Bewegungen steuern. Außerdem hat er ein einfaches Herz und einen offenen Blutkreislauf. Das bedeutet, dass das ganze Blut offen in seinem Körper zirkuliert. Wenn ein Triops also bluten sollte, ist jede Rettung zu spät: durch eine Wunde wird alles Blut auslaufen.

Verhaltensweise

Die Blattbeinchen - MultifunktionswerkzeugDer Triops ist ein typischer Bodenbewohner temporärer Gewässer. Die meiste Zeit seines Lebens verbringt er mit Graben im Sand und mit Fressen. Nur selten schwimmt er wirklich; meist krabbelt er mit seinen kräftigen Vorderbeinen über den Boden. Ab und zu kommt es vor, dass der Triops auf dem Rücken an der Wasseroberfläche entlangkrault. Es wird vermutet, dass er hier auf Nahrungssuche ist (zum Beispiel nach Mücken oder Fliegen) oder dass er UV-Licht tankt. Beides ist gut möglich. An beide Verhaltensweisen, also an das Graben im Sand und an das Schwimmen, ist der Triops perfekt angepasst. Er besitzt sehr große Klauen, mit denen er viel Sand verdrängen kann. Ebenso benutzt er den vorderen Teil seiner Schädelplatte, um sich beim Eier legen im Sand abzustützen. Zum Schwimmen ist sein Körper äußerst hydrodynamisch. Auf dem Carapax sind kleine Ausbuchtungen, über die das Wasser am Körper vorbeigelenkt wird. Der Schwanz dient zum Maneuvrieren nach oben, unten, links und rechts. Die Furca stabilisiert den Schwimmprozess. Der Triops kann tatsächlich ausschließlich im Wasser leben. Es ist ihm weder möglich, aus eigener Kraft aus dem Wasser zu kommen, noch ist es ihm möglich, außerhalb des Wassers zu leben.

Nahrung

Triops sind Omnivoren, also Allesfresser. Sie fressen alles, was sie zwischen ihre Mäuler bekommen und was nicht größer ist als sie selbst. Das können Blätter sein, es können Würmer und andere Kleintiere sein und es können Artgenossen sein. Jedoch benötigt ein Triops immer eine gewisse Menge an Proteinen, die er zur Häutung braucht. Deshalb reicht es für ihn nicht wie für andere Urzeitkrebse, nur Pflanzen zu fressen. Er benötigt auch Fleisch.

Krankheiten & Fehlfunktionen

Triops können krank werden – wie jedes Lebewesen. Sie können an Keimen oder Pilzen erkranken, oder körperliche Fehlfunktionen haben. Auch gegenüber einigen Parametern im Wasser sind Triops äußerst anfällig. Dem Aquarianer bekannte Substanzen wie Nitrit oder Ammoniak sind in höheren Dosen auch für Triops schädlich. Bei einer Nitritvergiftung krümmt sich der Triops und bekommt einen roten Kopf. Eine Nitritvergiftung kann nach nur wenigen Stunden zum Tod führen. Bei erhöhtem Nitritwert ist es daher angebracht, einen großen Wasserwechsel von mehr als 50% zu machen.
Bei einer Ammoniakvergiftung sieht es ähnlich aus, nur dass diese Substanz noch aggressiver ist.
Die Wasserzusammensetzung spielt für Triops eine große Rolle. Schwermetalle und Chlor sollten nicht im Aquarien-Wasser sein, ebenso ist eine konstante Wasserhärte erforderlich. Wenn diese Gegebenheiten nicht zu 100% stimmen (was oft vorkommt), reagieren Triops sehr schlecht darauf und sterben (meist entfärben sie sich vorher). Daher halten es manche Leute für angebracht, Triops in destilliertem Wasser zu halten, da dort wirklich konstante Bedingungen herrschen und man genau weiß, was im Wasser drin ist und was nicht.
Eine andere Falle ist die Temperatur: Sie sollte eher zu niedrig als zu hoch sein. Denn eine zu hohe Temperatur kann fatale Auswirkungen haben: Dann ist das Wasser nicht mehr dazu in der Lage, Sauerstoff zu speichern. Er entweicht – und die Triops ersticken. Sauerstoff kann ebenfalls plötzlich verschwinden, wenn sich zu viel Abfall wie zum Beispiel Futterreste im Becken gesammelt haben: Die entstandenen Bakterien verbrauchen allen Sauerstoff im Becken.
Die Entstehung von Schimmel ist in jedem Aquarium ein Risiko. Bei Pilzbefall sterben alle Triops sehr rasch, und zwar im Abstand von wenigen Tagen. Meist färben sie sich vorher grün.
Ein Risiko, mit dem es Triops fast täglich zu tun bekommen, ist die Häutung. Bei ihr kann es immer zu Fehlern kommen. Hier kann man als Züchter nicht dazwischen greifen: Manchmal passiert es einem völlig gesunden Triops, dass er beim Häuten eine falsche Bewegung macht und infolge dessen rasch verstirbt. Meist bildet sich bei einer falschen Bewegung eine Blutblase unter dem Panzer. Auch kann es passieren, dass der Triops nicht in der Lage ist, seine alte Haut vollständig abzuwerfen. Dann steckt er in ihr fest und stirbt sehr bald – entweder an Erschöpfung oder an Ersticken.
Das Thema „Tod“ ist daher bei der Triopszucht allgegenwärtig, und wer damit Probleme hat, sollte sich gründlich überlegen, ob er wirklich Triops züchten will.

Quellen